Wahn use olde Heimat

Der Wahner Kirchenchor

Basierend auf Mitteilungen von Bernd Küwen

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von links nach rechts:

Liedervater Heinrich Lammers, Albert Radke, Nikolaus Gehrs, Hermann Möhlenkamp, Bernhard Küwen, Pfarrer Bernhard Reckers, Heinrich Müller, Bernhard Gehrs, Hand Krabbe, Bernhard Perk, Hermann Püngel, Hermann Jansen, Hermann Stevens, Hermann Kleimann, Heinrich Lammers jr., Bernhard Strotmann, Nikolaus Bruns, Heinrich Stevens, Johannes Gehrs, Gerhard Meyer, Gerhard Lücken.

Drei Mitglieder fehlen auf dem Bild:
Heinrich Lücken (Soldat), Gerhard Rüters (Soldat), Josef Temmen (Mecklenburg).

Eine kleine, enge Wendeltreppe führte zum Orgelboden unserer alten Kirche. Nur wenige Sänger hatten dort oben Platz. Für jede Stimme wurden vier der besten Sänger ausgesucht. Der damalige Chorleiter, Lehrer Kramer, legte ganz besonderen Wert auf das Einüben liturgischen Gesanges. Sämtliche 14 Messen aus dem noch heute hier gebrauchten Meßbuche wurden eingeübt. Ebenso wurde viel Mühe verwandt auf das Einüben der Vesper des Kirchenjahres. Welche Ausdauer das Einüben der Vesper gekostet hat, vermag nur der zu beurteilen, der selbst dabei war. Doch auch hier zeigte sich bald der Erfolg. An allen Festtagen wurde der Gottesdienst durch den feierlichen Gesang unseres Kirchenchores verschönert. Lehrer Kramer war ein guter Organist. Gleich zu Anfang seiner Tätigkeit hat er mit Hilfe und Unterstützung der Geistlichkeit und der Gemeinde eine neue Orgel anschaffen lassen. Großen Wert legte Lehrer Kramer immer auf das „Bälgetreten“. Er konnte fuchsteufelswild werden, wenn der Wind stoßweise getreten wurde oder ganz ausblieb. Es kam vor, daß er dann von der Orgel sprang und dem betreffenden „Bälgetreter“ seine Meinung mit den Worten sagte: „Paß bäter up, ick jog di dor off.“ Das Bälgetreten besorgte Bloms-Prüs Mauder. Die Pflege der Orgel übernahm Lehrer Kramer selbst. Vor jedem Feiertag stimmte er die Orgel wohl vier bis fünf Stunden. Als „Bälgetreter“ nahm er dann den blinden Beerbten Joh. Hermann Temmen, von dem auch die Umkleidung der neuen Orgel geschenkt wurde.

Folgende kleine Episode ist noch vielen Sängern in Erinnerung: Lehrer Kramer spielte am Feste Mariä Empfängnis die Orgel. „Kraomer läit brasken.“ As dai Käke ut is, segg Herrn, de Bälgeträer, un wisket sück den Schwäit van Kopp: „V an Dage bit Evangelium hän wie all so väil Wind up, äs änners bit gänze Hochamt.“

1911 trat Lehrer Kramer in den Ruhestand, und es folgte ihm Lehrer Ohmes. Er nahm sich ebenfalls mit großem Interesse der Chorleitung an. Unter seiner Leitung wurden mehrere deutsche Messen eingeübt, die jetzt noch vom Kirchenchor gesungen werden. Nach Lehrer Ohmes, übernahm Lehrer Malewski das Amt des Organisten und Chorleiters. Man rühmt ihm nach, daß er alles bis aufs genaueste einübte und es auch immer klappte.Als Lehrer Malewskf nach Eversburg versetzt wurde, übernahm Lehrer Schröder den Dirigentenstab. An den höchsten Festtagen wurde der Chor verstärkt durch die besten Sänger der Sodalität und der Schulkinder. Sehr viel hat in diesen Jahren der Kirchenchor besonders an den höchsten Festtagen zur Verschönerung des Gottesdienstes beigetragen. Ebenfalls an Werktagen, wenn in der Schulmesse die Kinder mehrstimmig sangen. 1936 wurde Lehrer Schröder versetzt. Sein Nachfolger konnte die OrganistensteIle nicht mehr übernehmen. Darum übte sich Heini Lücken aus dem Sängerkreis im Orgelspiel. Als er kurz darauf nach Meppen übersiedelte, kam er jeden Sonn- und Feiertag, um während des Gottesdienstes zu spielen, bis Lehrer Krabbe für einige Zeit das Spielen übernahm. Als letzter Organist in Wahn sei noch Lambert Jansen erwähnt, der zur Befriedigung aller das Spielen übernahm, bis er nach Astrup bei Osnabrück übersiedelte.