Wahn use olde Heimat

Wahner Gebräuche

Beim Torfstechen

Um Pfingsten herum muß der Torf gestochen sein. Schon um 5 Uhr fährt man an dem taufrischen Morgen ins Moor hinein. Überall trifft man Leute, die den gleichen Weg haben. „Moin, bün ih ock oll tau Bäine?“ Die Räuber läßt man am Sandberge stehen. Das letzte Stück Weges legt man zu Fuß zurück. Bald umfängt alle die weite Stille des Moores. Dicke Tautropfen glitzern am leise sich wiegenden Sumpfgras, und manchmal fliegt ein Sumpfvogel auf, vom festen Gesang der Menschen aufgeschreckt. Der Boden wird sumpfiger. Nun leisten die guten, eigens zum Torfgraben bestimmten Holzschuhe gegen nasse Füße gute Dienste. Ist jeder der Dorfgräber an „seinem“ Moor angelangt, so wirft er „Soon“ und Sand in die Kuhle und schafft sich so einen festen Untergrund. Dann spuckt er in die Hände, und es geht an die Arbeit. Die gestochenen Stücke werden von den Trägern in geordneten Reihen aufgestellt. Zur Mittagszeit schmeckt der mitgebrachte „Baukwäitenjanhinnerk“ besonders gut. Um flackerndes Feuer auf sandigem Grund versammeln sich in der Mittagspause die nächsten Nachbarn und halten ein Plauderstündchen. Am Abend aber fahren die Torfgräber und -gräberinnen unter Lachen und Plaudern den schmalen Weg am Moor entlang. Nach der Heuernte wird der Torf „geringt“ und im Spätsommer in großen Haufen aufgestapelt. An sonnigen Herbsttagen fahren die Bauern mit langen Leiterwagen zum Moore, um den billegen Brand nach Hause zu holen.