Wahn use olde Heimat

Wahner Gebräuche

Auf dem Wahner Schützenfest

„So tüsken Saien un Maien“ um die Pfingstzeit herum wird in Wahn Schützenfest gefeiert. Frohe Gemeinschaft und echte Kameradschaft ist daselbst zu finden. Standesdünkel gibt es nicht. Wer munter sich anschließt, der gehört dazu. Wehe dem Fremden, der sich ungehörig benimmt. Eine Tracht Prügel und einen mit Senf bestrichenen Anzug nimmt er als Andenken mit. Um 7.00 Uhr morgens treten alle Schützen an und gehen gemeinsam zur Kirche. Nach dem Gottesdienst sieht man alle in strammer Haltung auf dem Kirchplatz stehen. Der Oberst schreitet die Front ab. In einer Ansprache weist er auch auf den Sinn des Tages hin. Die Mitglieder der Musikkapelle spielen auf, es geht zur Residenz, um den König abzuholen. Auf dem Festplatz beginnt bald das Königsschießen. Die Kapelle spielt zum Tanze auf. Die Augen strahlen und die Jugend dreht sich nach den Klängen im Dreivierteltakt. Die Burschen eilen nach dem Tanze zum Schießplatz, mit fiebernder Spannung verfolgen sie das Schießen. Wer wird König? Jetzt steht Kupers Bernd am Stand. Langsam, sicher richtet er seinen Blick aufs Ziel. „Heil“, ruft „däi Schnieder“ vom Beobachtungsstand, zwei mal zwölf. Unter Hurra wird er zum Thron geführt, wo die feierliche Proklamation stattfindet. Eine Abordnung mit ihrem Adjudanten übermitteln der neuen Königin die Nachricht. Es ist Brauch, daß der König seine Nachbarin zur Königin nimmt. Sie zieht geschwind ihr Festtagsgewand an. Kaum ist sie fertig, da kommt auch schon der Königswagen. Mit großer Begeisterung wird sie auf dem Festplatz empfangen. Der Oberst führt sie dem Könige zu. Zur Mittagszeit geht es unter den Klängen der Musikkapelle zum Hause der Königin. Das entthronte Königspaar und der Schützenvorstand sind ihre Gäste. Der Zug der Schützen marschiert weiter zum Hause des Königs. Voran „Schnieder Langen“ mit der neuen Scheibe. Sie wird als Hoheitsabzeichen vor dem Giebel befestigt.Um drei Uhr ist der Festzug durch die Straßen. Dem Herold folgen die Reiter, dann sieht man die Kutschen mit dem Gefolge des Königs. Zuletzt kommt der Wagen mit dem Königspaar. Leutselig grüßt er nach allen Seiten. Im festen Schritt marschieren die Schützen hinterher.

Der Kinderzug bildet den Abschluß. Sie sind in alten Trachten. Das Wirken und Schaffen unserer Ahnen wird von ihnen dargestellt. Der Zug bewegt sich zum Schützenplatz. Alt und Jung schließt sich an. Das Dorf ist wie ausgestorben. Alles ist auf dem Schützenfest. Der Wahner versteht seine Feste zu feiern. Freude herrscht auf dem Festplatz! Vom Königsthron schallt Lachen und Scherzen. Die Alten mit den jungen Herzen haben sich dort eingefunden. Dr. Hinnerk, königlicher Hof- und Leibarzt, gibt gerade seine Verordnungen. Perk Bernd bekommt den Rat, weniger zu primen, aber mehr zu trinken. Die Alten übertreffen die Jungen an Humor und Witz. Sie tanzen den „Schottsken“ wie Zwanzigjährige. Wenn die Kapelle aufspielt, dann sind die Alten ganz dabei. Man hört von ihnen oft die Bemerkung: „Fröiher, dät was noch watt, dät Näimautske is jä kien Danzen“. Bis in den frühen Morgen dauert das Fest. Der letzte Rheinländer wird gespielt und das Königspaar nach Hause gebracht. Am folgenden Morgen wird aus der Arbeit nicht viel. Und wenn Rüters-Pape auch sagt: „Gerd, dät du mie taut Päre haolen in Hus büs,“ so ist das leichter gesagt als getan.

Unsere Schützenkönige (vom ersten bis zum letzten Feste)

Jahr Name Jahr Name
1899 W. Temmen 1922 H. Bruns
1900 – 1901 Brandjahr 1923 B. Gehrs
1902 J. Lockhorn 1924 W. Lücken
1903 B. Eilers 1925 H. Harpel
1904 H. Bergmann 1926 B. Perk
1905 H. Schmitz 1927 W. Püngels
1906 H. Michels 1928 W. Ahrens
1907 H. Müller 1929 J. Kuper
1908 N. Eilers 1930 B. Gehrs
1909 W. Oldiges 1931 H. Ficker
1910 J. Gehrs 1932 A. Behrens
1911 H. Thöben 1933 W. Olges
1912 H. Rolfes 1934 A. Hempen
1913 G. Behrens 1935 B. Kuper
1914 – 1919 1. Weltkrieg 1936 W. Rüters
1920 B. Rolfes 1937 B. Küwen
1921 J. Gehrs