Wahn use olde Heimat

Kriegschronik 1914 – 1918

Sechste Kriegsanleihe

Auch die 6. Kriegsanleihe erbrachte nach Vorträgen von Herrn Penneman, Brual, und Herrn Lehrer Ohmes über Deutschlands Wirtschaft und Finanzen 64.900,-,Mark.

Ablieferungen

kriegschronik-4Immer größeren Umfang nehmen die verschiedenen Ablieferungen, die der Gemeinde auferlegt werden, an. Wenn auch keiner freudiger Herzens liefert, so fügt er sich doch gerne der Notwendigkeit. Am eingreifendsten gestalten sich die Viehablieferungen. Hat doch schon manche Milchkuh geopfert werden müssen, um die erforderliche Anzahl Tiere aufzubringen. Die Milchproduktion muß zurückgehen, da auch unter dem Jungvieh, das für baldige Milchgewinnung vorgesehen war, stark aufgeräumt werden muß. Die kleinsten Rindviehhalter (1-2 Kühe) sind bis jetzt von der Ablieferung verschont geblieben. Getreide, Roggen, Hafer und Gerste müssen restlos, bis auf den eigenen Bedarf belassene, abgegeben werden. Scharfe Revisionen zwingen auch den Drückeberger zur Abgabe. Kartoffeln mußte die Gemeinde in der Hauptsache nach Recklinghausen liefern. Im großen Ganzen haben alle Bewohner unserer Gemeinde bislang ihrer Ablieferungspflicht Genüge getan, so daß von den infrage kommenden Behörden die Gemeinde als mustergültig hingestellt wurde.

Weitere Lieferungen

Ergänzend muß noch erwähnt werden, daß die Gemeinde auch Heu- und Strohlieferungen leisten mußten. 1917 mußten von jedem Morgen Grasgrund 51 Pfund Heu abgegeben werden. Die gesamte abzuliefernde Heumenge betrug 60.000 Zentner.

Flachsanbau

Den Bedürfnissen der Zeit entsprechend, schritt die Gemeinde zur Wiederaufnahme des Flachsanbaues. Auf Anregung von Lehrer Ohmes wurde 1916 der erste Versuch gemacht. Mehrere Landwirte bauten zusammen etwa 5 Morgen Flachs an. 1917 wurden bereits 11,5 und 1918 sollen 12,75 Morgen mit Flachs angebaut werden. Der Flachs wird als ungerösteter Stroh flachs an die Fa. P. Flenning, Flachsrösterei in Hamburg abgeliefert. Die Leinsamen verbleiben bis 10 Zentner dem Anbauer zur freien Verwendung in der eigenen Wirtschaft. Wie rentabel der Flachsbau ist zeigt sich darin, daß einzelne Anbauer pro Morgen einen Reinertrag von rund 400,- Mark erzielten. Der Flachs wird hier in umgebrochenen Wiesenland angebaut.

Siebente Kriegsanleihe

Zur 7. Kriegsanleihe wurden von 48 Zeichnern, einschließlich der Sammelzeichner 50.000,- Mark gezeichnet.