Wahn use olde Heimat

Abschiedsworte des Bischofs

Abschiedsworte unseres Hochwürdigsten Bischofs
(von 1914 bis 1955 war Wilhelm Berning Bischof von Osnabrück)

bischof

Hermann Lüken empfängt die hl. Priesterweihe aus der Hand des hochw. Bischofs Dr. Jakob Mangers aus Oslo in der Probsteikirche zu Meppen am 02. Juli 1951.

Wie oft und gern haben wir den begeisternden Worten unseres geliebten Bischofs an jedem Mariä-Himmelfahrts-Tage auf Clemenswerth gelauscht! Welch ein Freudentag war alle fünf Jahre der Tag der Firmungsfeier und des Besuches unseres Oberhirten!

Welche Hirtensorge und Liebe unser hochwürdigster Herr Bischof zu uns Wahnern hegt, zeigte er am meisten aber, als er im Spätsommer des Jahres 1939 eigens nach Wahn kam, um zu unserem Abschied von unserem Dorf uns zu stärken und zu trösten und den Segen zu spenden. Alle Wahner waren in der Kirche vor dem Bischof versammelt. Wir waren tief bewegt von dem bevorstehenden Abschied von der Heimat. Aber unser hochwürdigster Bischof wußte uns in seiner Predigt zu ermuntern und zu erheben. Folgende Gedanken daraus sind mir in lebendiger Erinnerung geblieben.

Heimat haben wir immer, wenn wir in der Liebe Gottes wandeln. Heimat haben wir immer, wenn wir an der Hand unserer hl. Kirche durch Leben gehen. Umhegt und umsorgt uns nicht die Kirche unser Leben lang? Vom Tage der hl. Taufe bis zum Hinscheiden unter dem Segen des Priesters? In allen Lebenslagen bietet unsere heilige katholische Kirche uns Segen, Schutz und Geborgenheit. So bietet sich uns immer eine „Heimat“! Bleibet in der Kirche, wahret ihr die Treue, liebet sie, dann seid ihr niemals ohne Heimat, wohin die nächsten Monate euch auch führen mögen. Der Segen Gottes begleite euch. Auch das Gebet eures Bischofs wird euch begleiten. Und irgendwo in meiner Diözese hoffe ich euch in den kommenden Jahren wiederzusehen.

Die Worte unseres hochwürdigsten Bischofs gaben uns neuen Mut und Trost. Er spendete dann den bischöflichen Segen, und in vertrauensvollem Gebet empfahlen wir zusammen mit unserem Oberhirten unsere Geschicke der allgütigen Vorsehung Gottes. Wir danken unserem geliebten Bischof noch heute für den Tag seines Besuches und für seine Mitsorge und Liebe. Wir versprechen ihm, die Treue und Liebe zur hl. Kirche für alle Zukunft zu bewahren. Die Anhänglichkeit an die Kirche ist uns eins der wertvollsten Güter unserer alten Heimat. Sie soll mit uns gehen, wohin wir auch ziehen.